• 18. Februar 2022

Garantiert nicht auf der schiefen Bahn

Tobias

Tobias

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Schrägdächer lassen sich begrünen: Viel mehr Dächer könnten so aussehen, Foto: Zinco

Schrägdächer begrünen: Ja, das geht!

Begrünte Dächer sehen toll aus, sind ökologisch sinnvoll und vor allem nachhaltig. Daher werden jedes Jahr Millionen von Quadratmetern auf Flachdächern begrünt. Doch was ist mit Schrägdächern? Geht das da gar nicht? Oh doch. Das geht sehr wohl. Dennoch stellt die Begrünung von Schrägdächern nach wie vor eher den Ausnahmefall dar. Sehr schade, denn auch sie wirken schützend, schall- und wärmedämmend, wasserspeichernd, und machen optisch richtig was her. Mit fachgerechter Planung und Ausführung ist die Begrünung von bis zu 35 Grad geneigten Dachflächen wunderbar möglich.

 

Bis zu einer Dachneigung von 10 Grad, was etwa 18 Prozent entspricht, können die „normalen“ Flachdach-Begrünungssysteme eingesetzt werden. Übersteigt die Dachneigung 10 Grad, sind höhere Schubkräfte, Erosionsschutz, Wasserrückhalt und -abfluss, Pflanzenauswahl und Sonnenexposition bei Nord-Süd-Lage zu berücksichtigen. Darauf angepasst bietet der Dachbegrünungshersteller ZinCo den besonderen Systemaufbau „Schrägdachbegrünung“ für Dächer bis 25 Grad sowie den Systemaufbau „Steildachbegrünung“ bis 35 Grad. Bei beiden Systemen ist eine bereits wurzelfeste Dachabdichtung Voraussetzung, die in den Randbereichen mechanisch fixiert sein sollte. Gänzlich falsch wäre es, eine separate Wurzelschutzfolie zu verlegen, da dies eine riskante Gleitlage ergäbe.

#grünesdach

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Ableitung von Schubkräften

 

Da sich in Gefällerichtung Schubkräfte ausbilden, die natürlich mit zunehmender Dachneigung, Dachlänge und Gewicht des Begrünungsaufbaus größer werden, ist am Fußpunkt des Daches für ein entsprechend stabiles Widerlager zu sorgen. Die Dimensionierung dieses Widerlagers und eventuell weiterer notwendiger Schubschwellen innerhalb der Dachfläche sollte durch den Statiker erfolgen, der auch die in der jeweiligen Region anzusetzende Schneelast kennt und berücksichtigt. Grundsätzlich kann der eigentliche Dachrand ausreichend hoch und stabil ausgebildet werden, was aber oftmals zu recht massiven Konstruktionen führt.

 

Eine Alternative für einen „filigranen“ Dachrand besteht darin, eine Schwelle knapp oberhalb der Dachtraufe zu setzen und als unteren Abschluss z.B. das geschlitzte Dachtraufprofil DP aus Edelstahl einzubauen. Die Schwelle oberhalb muss natürlich – wie auch eventuell notwendige weitere Schwellen innerhalb der Dachfläche – fachgerecht eingedichtet werden. Schubschwellen sollten stets so gebaut werden, dass Überschusswasser nach unten ablaufen kann. Dies gelingt wunderbar mit den ebenfalls geschlitzten Edelstahlprofilen TRP in Verbindung mit den Schubhaltern Schubfix LF. Vorteilhaft im Vergleich zu Holzbohlen ist, dass es weder Wassersackbildung noch Materialverzug geben kann. ZinCo bietet objektgerecht eine ganze Palette an Zubehörprodukten für Dachrandabschluss, Traufaufkantung und Schubschwellen.

 

Für die Begrünung von Tonnendächern gilt Analoges, wobei je nach Dachwölbung auch Konstruktionen zum Einsatz kommen können, wo Schub aufnehmende Schwellen von oben mittels Edelstahlbändern oder Ketten abgehängt werden, um Dachdurchdringungen zu vermeiden.

Objektgerechte Systemaufbauten

Der Systemaufbau „Schrägdachbegrünung“ beinhaltet als Herzstück die oberseitig profilierten Dränelemente Floraset FS 75 aus EPS-Hartschaum, welche in flächiger Verlegung dazu dienen, die aus der Substratauflage resultierenden Schubkräfte in die oben erwähnten Widerlager und Schubschwellen abzuleiten. Das Substrat wiederum verzahnt sich in den großen Wasserspeichermulden und wird bei Dachneigungen größer 15° zusätzlich durch ein grobmaschiges Jutenetz lagegesichert.

 

Darüber hinaus ermöglicht der Systemaufbau „Steildachbegrünung“ mit Georaster-Elementen die problemlose Begrünung von Dächern sogar bis 35 Grad Neigung. Die zusammensteckbaren, 54 x 54 cm großen und 10 cm hohen Raster-Elemente aus Recycling-Kunststoff bewirken sofort einen stabilen Verbund, der größere Schubkräfte aufnehmen kann (bis ca. 800 kg/pro laufendem Meter) und außerdem fast die gesamte Höhe der Substratschicht zuverlässig sichert. Dank des geringen Eigenvolumens der Georaster-Elemente verbleibt ein großer durchwurzelbarer Raum, der effektiv vor Erosion schützt.

Geschlossener Pflanzenteppich

Eine geschlossene Vegetation ist der beste Schutz vor Erosion. Daher ist die Pflanzdichte im Vergleich zur Flachdachbegrünung zu erhöhen. Im Bereich der „Schrägdachbegrünung“, also bis 25 Grad Neigung, können Flachballenpflanzen verwendet werden. Stark windexponierte First- und Randbereiche und generell die „Steildachbegrünung“ ab 25 Grad erfordern den Einsatz vorkultivierter Vegetationsmatten.

Die Vegetation als solche kann eine trockenheitsverträgliche Gras-Kraut-Vegetation oder eine Mischung aus Sedum-Arten und Stauden sein, wobei bei größerer Dachneigung der Staudenanteil reduziert werden sollte. Sie wird sich je nach Exposition unterschiedlich ausprägen, insbesondere bei stärkeren Dachneigungen entstehen interessante Unterschiede zwischen Nord- und Südseite. Rollrasen, wie er zum Teil auf Schrägdächern eingesetzt wird, wird sich erfahrungsgemäß nicht halten – es sei denn, er wird regelmäßig gewässert, gedüngt und gemäht.

Grüne Schrägdächer wirken schützend, schall- und wärmedämmend und sind problemlos möglich bis zu einer Dachneigung von 35 Grad, Foto: Zinco

Schnellerer Wasserabfluss

Um dem rascheren Wasserabfluss zu begegnen und mehr Wasser pflanzenverfügbar auf dem Dach zu halten, werden bei geneigten Dächern mit der Bewässerungs- und Schutzmatte BSM 64 bzw. der Wasserspeichermatte WSM 150 wesentlich dickere Materialien unter den Dränelementen eingesetzt als bei flachen Dächern. Aus demselben Grund empfiehlt es sich, mit zunehmender Dachneigung auch die Dicke der wasserspeichernden Substratschicht zu erhöhen. Genügen bei Dachneigungen bis 25° acht bis zehn Zentimeter Systemerde, so sollten es ab 25° wenigstens zehn bis zwölf Zentimeter sein. Um Pflanzenausfälle bei längerer Trockenheit zu vermeiden, wird bei steileren Dächern eine Zusatzbewässerung vorzusehen sein – durch Tropfschläuche im Firstbereich oder „über Kopf“ durch Regner oder Sprühdüsen.

Auf der anderen Seite muss ein Zuviel an Wasser im Falle von Starkregen auch problemlos abfließen. Die Dachentwässerung erfolgt punktuell über Dachabläufe oder Wasserspeier, die am tiefsten Punkt des Daches eingebaut werden, oder über außen liegende Dachrinnen, was natürlich wasserdurchlässige Profile entlang der Traufe voraussetzt.

 

Internet: www.zinco-greenroof.com

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